![]() |
|
|
|
|
![]() |
| FIAT X 1/9 - 1972 X 1/9 - schon der Name klingt wie die legendären Versuchsflugzeuge der NASA aus den 50er Jahren. Hätte er nicht vier Räder an jeder Ecke, würde wohl auch ein Sichtkontakt diesem ersten Eindruck nicht widersprechen. Vor allem die Optik der 1969 erstmals vorgestellten Studie mit den Namen Runabout Barchetta von Bertone erinnerte mehr an ein Raumschiff als ein Auto. Dies schien den Fiat-Oberen dann für die Serienfertigung doch ein wenig gewagt. Erst, als Alejandro De Tomaso auf dem Turiner Salon eine dreiste Kopie mit Ford-Motor zeigte, wachte Fiat auf. Bereits 1972 konnte unter der Regie von Nuccio Bertone der erste X 1/9 produziert werden. Für das leicht entschärfte Design zeigte sich Bertone Chefdesigner Marcello Gandini verantwortlich. 1973 begann schließlich der Export nach Deutschland. |
![]() |
![]() |
![]() |
| Die Runabout Studie von Bertone | ||
![]() |
![]() |
![]() |
| Wo noch beim Vorgänger 850 Spider wohlige Rundungen herrschten, wirkte das Design des X 1/9 wie mit der Axt geschlagen: Ein rassiger Keil mit schmaler Schnauze und quadratischem Hintern. Kein bedächtiger Cruiser, sondern eben ein richtiger Sportwagen. Auch die übrigen Zutaten waren diesem Image durchaus zugetan: So verfügte der kaum vier Meter lange Flitzer über einen Mittelmotor, der direkt vor der Hinterachse saß. Ein Feature, das sonst nur ein paar Klassen höher zu finden waren. Zudem verfügte der X 1/9 über ein kartähnliches Handling. Der Brot- und Butter-Ferrari kam jedenfalls an und bis zur Produktionseinstellung Ende der 80er Jahre verließen immerhin 170.000 Einheiten die Fabrikhallen. Ganz so schnell, wie es die äußere Form suggerierte war der X 1/9 dann übrigens doch nicht, obwohl das Triebwerk im Vergleich zum Vorgänger (52 PS) ordentlich zugelegt hatte und jetzt 75 PS aus 1,3 Litern Hubraum leistete. Dies verhalf dem flotten Keil immerhin zu einer damals durchaus beachtlichen Beschleunigung von 0 auf 100 in zwölf Sekunden bei einer Spitze von 170 km/h. Bei 880 Kg Trockenmasse war das aber kein Kunststück. Auch im Interieur gab sich der kleine Fiat redlich Mühe, seinen Besitzer stets in einem richtigen Sportwagen zu wägen. So gab es unter anderem ein Vierspeichen-Sportlenkrad, einen kurzen Schalthebel und Ledersitze. |
![]() |
![]() |
![]() |
| X 1/9 Modelljahr 1976 | US-Version (1975) | |
![]() |
![]() |
![]() |
| Bertone X 1/9-S 1986 |
| War schon der serienmäßige X 1/9 nicht unbedingt ein Mauerblümchen, setzte die 1976 von Gandini entworfene 'Exclusiv'-Version noch einmal eins drauf. Zu den auffälligen Merkmalen gehörten unter anderem breite schwarze Seitenstreifen mit geometrischem Muster, die sich von der vorderen Stoßstange bis unter die Rückleuchten zogen. Ferner gab es noch einen größeren Frontspoiler und rechteckige Zusatzscheinwerfer. Als einmalig in dieser Preisklasse muss wohl das serienmäßige Kofferset mit Schottenkaro gelten. Nettigkeiten, die es sonst nur bei Ferrari und Co. gab. Gegen Aufpreis versteht sich. 1978 wurde schließlich auch der recht klein geratene Motor überarbeitet, der jetzt immerhin auf 1,5 Liter Hubraum kam. Zusätzlich gab es Zeitgeist und dem US-Geschmack entsprechend einige optische Änderungen, wie breitere Stoßstangen und eine neue Motorhaube. Vier Jahre später sah man bei Fiat für den X 1/9 jedoch keine Zukunft mehr. Bertone war allerdings anderer Meinung und fertigte das Auto noch bis 1987/1988 weiter. Die letzte Version lief als 'Grand Finale' vom Band. Das war's dann auch mit dem X 1/9. Text: Motorvision www.motorvision.de |