| Coupé Fiat - 1990 Der Beginn der neunziger Jahre Fiat positioniert sich neu. Nahezu das gesamte Modellprogramm wird erneuert und aufgefrischt. Nachdem in den achtziger Jahren Aspekte wie Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit die höchsten Stellenwerte bei der Autoentwicklung einnahmen und die Autos immer sachlicher und eintöniger wurden, sollen nun wieder Emotionen, Dynamik und Leidenschaft im Vordergrund stehen. Die Turiner Ingenieure demonstrieren, daß sie nichts verlernt haben: Das Coupé Fiat erblickt das Licht der Welt. 1990 beginnt die Entwicklung des Coupé Fiat. Paolo Cantarella, damals gerade zum Chef der Fiat Autosparte ernannt, vergibt diese Aufgabe an zwei Teams: Die hauseigene Designabteilung Centro Stile und Pininfarina. Beide arbeiten an unterschiedlichen Gestaltungskonzepten. Chris Bangle, von 1985-1992 bei Fiat unter Vertrag und dort einer der führenden Designer, macht für das Centro Stile erste extreme, aber richtungsweisende Entwürfe. Markante Details, wie die Sicken über den Radhäusern oder die charakteristischen Scheinwerferabdeckungen, sind bereits deutlich zu erkennen. |
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| Skizzen von Chris Bangle 1990 | Centro Stile |
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| Nevio de Giusto, Leiter des Centro Stile Fiat (rechts) und Chef-Designer Peter Barret Davis | Chris Bangle | Sergio Pininfarina | Paolo Cantarella |
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| Unter der Leitung von Nevio de Giusto werden die Entwürfe immer weiter ausgearbeitet und verfeinert. Moderne, spannungsgeladene Formen werden mit klassischen Retro-Zitaten, wie dem polierten Alu-Tankverschluss kombiniert. Vergangenes wird aufgegriffen und neu interpretiert. Markante Formensprache auch beim Heck. Es wirkt mit der blanken Fläche der Heckklappe und den runden, an den Fiat Dino Spider erinnernden Rückleuchten äußerst reduziert. Kein überflüssiger Schnick-Schnack, sondern Charakter. |
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1:1 Studien des CENTRO STILE:
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Studien von PININFARINA:
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Auf Lancia Delta Integrale Felgen
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Zwei unterschiedliche Heckvarianten (Bild rechts)
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| Die erste Studie des Centro Stile ist nah an Bangles Skizze und fällt durch farblich unterstützte Sicken über den Radhäusern auf. Deutlich zu erkennen: die Lancia Delta Integrale Felgen. Bei der zweiten Studie wurden unterschiedliche Heckvarianten in Betracht gezogen. Die Entwürfe von Pininfarina wirken eher klassisch-elegant und etwas zurückhaltend. Starke Ähnlichkeiten zum später erscheinenden Peugeot 406 Coupé (Debüt 1996) sind nicht von der Hand zu weisen. |
| Cantarella gelingt es schließlich, den Fiat Vorstand, trotz anfänglicher Skepsis, von der wesentlich emotionaleren Version des Centro Stile zu überzeugen. |
| Pininfarina zeigt sich jedoch für das gelungene Interieur Styling verantwortlich, bei dem erneut Retro-Elemente aufgegriffen werden: Eine in Wagenfarbe lackierte Armaturenleiste mit 4 Rundinstrumenten wird zum zentralen Bestandteil. Die Funktionsleuchten für Airbag, Nebelscheinwerfer etc. werden unauffällig in einer schwarze Leiste unter den klassischen Instrumenten angeordnet. Das extravagante Design setzt sich schließlich bis in den perfekt zum Fahrzeug passenden Designer-Schlüssel aus Aluminium fort. Die öffentliche Premiere des Coupé Fiat findet im Dezember 1993 auf der Bologna Motor Show statt. |
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| Innenraum Centro Stile | Pininfarina |
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Das komplette Entwicklungsteam. Im schwarzen Anzug (Mitte): De Giusto und Davis
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| Auf frühen Prospektfotos ist das Typenschild (B-Säule) noch etwas tiefer angebracht | Bologna Motor Show |
| So stellte sich die deutsche Autopresse das neue Fiat Modell vor: |
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| Auto Motor und Sport 1992 | Auto Bild 1992 |