| FIAT 124 Sport Coupé - 1966 Ein noch biedereres Auto als den FIAT 124 kann man sich wohl kaum vorstellen: Vier Ecken, vier Räder und ein Dach drüber. Von diesem simplen und praktischen Konzept war zwar der real existierende Sozialismus angetan, wo man das Modell fast unverändert als LADA übernahm, nicht jedoch unbedingt der automobile Ästhet. Da erstaunt es schon ein wenig, was FIAT auf der Plattform des 124 sonst noch auf die Beine stellte. Bekanntestes Derivat ist der bis Mitte der 80er Jahre gebaute Spider, der auch heute noch eine große Anhängerschaft hat. Weitaus seltener ist heute das 124er Coupé, was sich jedoch nicht durch die Verkaufszahlen begründet. Von 1966 bis 1976 wurde es mit 280.000 Exemplaren trotz kürzerer Bauzeit 90.000 mal häufiger verkauft, als der Spider. Das hatte wahrscheinlich auch praktische Gründe. Anders als der filigrane Roadster war seine Karosserie deutlich ausladender und bulliger, was ihn zum echten Viersitzer adelte. Immerhin bot die Rückbank ähnliche Platzverhältnisse wie ein VW-Käfer. Wie beim Spider sorgte Stardesigner Pininfarina für das ansprechende Äußere des Coupés. (Irrtum, das Design des Coupés ist vom Fiat Centro Stile) Der sportliche Charakter zeigte sich jedoch nicht nur in der Optik. So waren - bis heute nicht bei allen Autos selbstverständlich - vier Scheibenbremsen mit an Bord und das Volant zierte ein sportlich gezeichnetes Armaturenbrett inklusive kompaktem Sportlenkrad. Selbst ein vollsynchronisiertes Fünfganggetriebe - bei Mercedes teilweise bis Anfang der 90er Jahre aufpreispflichtig - war außer bei den ganz frühen Modellen immer mit an Bord. Ein quirliger Geselle war auch der Motor: Ein Vierzylinder Leichtmetallmotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen war damals topmodern. Selbst die eigenbrötlerischen Engländer, die selbst über eine lange Sportwagentradition verfügten, waren voll des Lobes über den Italiener. Absolut und objektiv gesehen ist er herausragend, wenn nicht außergewöhnlich, nicht in dem was er kann, sondern wie er es macht, so ein britisches Automagazin. |
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| Serie 1: Etwas schmalbrüstig | Serie 2: Doppelscheinwerfer und 1,6 Liter Maschine sorgen für eine sportlichere Note |
Serie 3: 1800 ccm und 118 PS |
| Derart tugendhaft entwickelten sich in den frühen Siebzigern auch die Verkaufszahlen, die die der MGs weit übertrafen. Wenn sich die Zahl der erhaltenen Coupés heute dennoch in Grenzen hält, dürfte dies vor allem am verwendeten Material liegen: Der aus der UdSSR importierte Stahl war von zweifelhafter Qualität und öffnete dem Rostfraß Tür und Tor. Da tröstet es den Oldtimerfreund kaum, dass zumindest die meisten Ersatzteile dank Großserientechnik aus dem Bruder 124 noch relativ günstig zu bekommen sind. Doch alle Sorgen sind vergessen, wenn man das Auto erst durch die Kurven jagt. 118 PS bei gut einer Tonne Leergewicht verleihen dem Coupé in der Topmotorisierung eine bemerkenswerte Dynamik, wozu auch das gut abgestimmte Fahrwerk beiträgt. Es federt straff, bietet aber eine gesunde Portion Restkomfort. Der 1,8 Liter der letzten Serie sprintet in gut 11 Sekunden auf Tempo 100. Seine Höchstgeschwindigkeit lag trotz oder vielleicht gerade wegen dem zeitgenössischem Fastback (Windabrisskante am Heck) bei nur circa 185 Stundenkilometern. Zum Serienstart stand dagegen nur ein 90 PS Aggregat zur Verfügung, das vor allem unter seinem geringen Hubraum von nur 1400 Kubikzentimetern litt. Besser wurde es mit dem Facelift 1969, das auch unter der Haube mehr Platz schaffte. Jetzt war auch ein 1600er Motor mit 100 und 110 PS erhältlich. Als neues optisches Detail wurden Doppelscheinwerfer eingeführt. Ab 1972 driftete der in seinen Grundzügen eher elegante Fiat ein wenig in die Ecke Muscle-Car ab. Dickere Stoßtangen und eine Motorhaube mit Hutze, auf neudeutsch Powerdome, ließen ihn bereits sehr amerikanisch wirken. Zur US-Exportversion war es dann nur noch ein kleiner Schritt. Komplett neu war auch das Motorenangebot: Der 1600er leistete jetzt 108 und der 1800er 118 PS. Text: Motorvision www.motorvision.de |
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1966-1976 Motorisierungen: 1,4 Liter, 90 PS 1,6 Liter, 110 PS 1,8 Liter, 118 PS |
| Technisch weitgehend identisch: 124 Coupé und Spider |